Selbstständiges Lernen in den Fächern Evangelische und Katholische Religionslehre

Zielbeschreibung

Die Ziele sollen erreichbar, anspruchsvoll, realisierbar, beeinflussbar und überprüfbar sein. Neben dem »normalen« Unterricht sollten die Schüler durch selbstständiges Lernen sowohl in der inhaltlichen als auch in der methodischen Dimension des Faches gefördert werden.

 

In der inhaltlichen Dimension stehen zwei zentrale Themen, die sich in verschiedene Unterpunkte untergliedern lassen, im Mittelpunkt:

  1. Fragen und Erfahrungen des Menschen
  2. Aussagen des Glaubens der Kirche und der Theologie.

In der methodischen Dimension stehen ebenfalls zwei übergeordnete Themen im Vordergrund:

  1. Formen religiösen Sprechens
  2. Von der Theologie angewandte Methoden.

Diese Themen können noch einmal aufgegliedert werden in:

  • Sprache der Religion und der Theologie
  • Forschungsmethoden der Theologie, u.a. Schriftauslegung
  • Arbeitsmethoden der Lernenden.

Begründung der Vereinbarung

Diese Begründung umfasst die Bedeutsamkeit für die Schule, pragmatische Gesichtspunkte sowie vorhandene Kompetenzen und Ressourcen. Die genannten Ziele können auf verschiedene Art und Weise begründet und erreicht werden – durch handlungs- und schülerorientierte Konzepte (inhaltliche Dimension):

  • Sozialprojekt »Compassion« zur Auseinandersetzung mit Randgruppen/Minderheiten in einer christlich-geprägten Gesellschaft (jeder S kann sich gemäß seinen eigenen Interessen und Stärken mit der Frage einer praktizierten Caritas aktiv auseinandersetzen (im Rahmen von: Sinngebung menschlichen Daseins und Handelns aus christlicher Motivation)
  • kirchenpädagogische Konzepte (z. B. [alternative] Kirchenführungen, gegenseitige Erklärung von bzw. Führung in evangelischen/katholischen Kirchen der Stadt Soest, Erkundung von architektonischen Besonderheiten sakraler Bauten – »steingewordener Glaube«)
  • Auseinandersetzung mit alternativen Lebenskonzepten (z. B. Besuch eines Klosters, Vorstellung einer Ordensgemeinschaft, Befragungen/Interviews mit Amtsträgern der beiden Kirchen)
  • Auf den Spuren religiöser Geschichte und Gegenwart in Soest und Umgebung (z. B. Besuch von christlichen und jüdischen Friedhöfen, Besuch der Moschee in Hamm)
  • Interreligiöser Dialog (Islam, Buddhismus, Hinduismus, Judentum; Einladung von und Gespräch mit Referenten …)
  • Formen christlicher Glaubenspraxis (z. B. Vorbreitung und Durchführung von Gottesdiensten (dramatische, musikalische, liturgische … Gestaltung), Meditation, Gebet, Eine-Welt-AG …)
  • Religiöse Besinnungstage zur intensiven Auseinandersetzung mit Glaubensfragen (speziell für religiös sehr interessierte Schüler)
  • Formen der Selbstreflexion und Persönlichkeitsbildung (Auseinandersetzung mit Fragen des vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Lebens; anthropologische Perspektiven)

Erreichung der Ziele

Woran kann festgestellt werden, dass die Ziele erreicht worden sind? Gegebenenfalls müssen Teilziele formuliert werden. Die Überprüfbarkeit der Ziele ist zum Teil kurzfristig, vorwiegend aber erst langfristig möglich. Sie kann bestehen in

  • der Überprüfung inhaltlicher Ziele in Form von Ergebnispräsentationen, schriftlichen Leistungsüberprüfungen, realisierten Führungen/Gottesdiensten …
  • der Überprüfung methodischer Ziele in Form von Fähigkeiten
    • Texte, Bilder, sakrale Gebäude altersgemäß eigenständig zu erkunden bzw. zu erfassen
    • selbstständig erarbeitete Inhalte altersgemäß angemessen, ansprechend und nachvollziehbar zu präsentieren und zu vermitteln
    • kritisch in Dialog mit Menschen anderer Konfessionen/Religionen/Ansichten zu treten, eigene Ansichten zu vertreten und zu überdenken
  • der Herausbildung einer individuellen, begründeten Urteilsfähigkeit mit Blick auf (geschichtliche, gegenwärtige und zukünftige) Fragen des Glaubens, des menschlichen Zusammenlebens und gesellschaftlicher Prozesse

Sparkasse Soest
Marieluise und Bernhard Beumling Stiftung
Erasmus+