Projektzusammenfassung

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Lifestyle – Europäische Jugendkulturen als Lebensentwürfe im Vergleich ist ein Projekt der Jahrgangsstufen 8 bis Eph.

Leben heißt nach einer Definition des Philosophen Odo Marquard, »ungefragt anfangen zu müssen«. Der Mensch wird in den Horizont dessen, was schon da ist, hineingestellt. So muss er sich mit dem, was da ist, auseinandersetzen und anfangen, damit umgehend, sein Leben zu gestalten. Junge Menschen suchen nach ihrem Lebensstil. Sie fragen sich: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Diese Fragen stellen sie als Kinder Europas.

Unser Comenius-Projekt will den Versuch unternehmen, diese Fragen aufzunehmen, indem es Angebote zur Vergewisserung dessen, was der Fall ist, macht, zur Reflexion darüber anregt und prospektiv dazu einlädt, Dimensionen einer möglichen Zukunft in einem einigen Europa auszuloten. Die Erschließung der Position, die Reflektions- und die Prospektionsarbeit sollen in Dialog und Auseinandersetzung mit gleichaltrigen Schülern aus den Partnerstaaten erfolgen. Auf diese Weise wird die Horizonterweiterung der Schüler nicht nur auf lokaler, sondern auch auf transnationaler Ebene erfolgen können. So besteht die Chance, die Andersartigkeit des Anderen nicht nur kennen zu lernen, sondern, z. B. besonders intensiv während der Meetings, auch aushalten zu lernen und mittels des Umwegs über die Anderen zum Eigenen zu finden. Drei Oberthemen gliedern die Projektarbeit und bündeln die einzelnen Aktivitäten:

 

  1. Die Welt ist flach (Thomas L. Friedmann)
    Dieser Buchtitel verweist auf die Tatsache, dass ein entscheidender Aspekt unserer heutigen Welt, die wir auch die globalisierte nennen, die Allverbundenheit in Echtzeit ist. Im Klappentext des Buches heißt es: »Die Welt des 21. Jahrhunderts ist flach, der Globus eingeebnet durch die Möglichkeit, digitale Daten von beliebigen Winkeln der Erdkugel in andere zu verschicken, und zwar höchst billig und weitaus schneller, als man einen Stapel Papiere von Büro zu Büro tragen kann.« Diese Wirklichkeit des Computers und des Internets prägt die Welt der Jugendlichen, in die sie hineingeboren worden sind. Keine Generation vor ihnen hat so angefangen. Da stellt sich die Frage, welche Wirkung diese neuen Medien im Leben der Schüler haben? Wie gehen sie mit den neuen Möglichkeiten um? Die Zusammenarbeit mit dem Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn, dem größten Computermuseum der Welt, wird die Problematik vertiefen.

  2. Topoi und Ou-Topoi: Orte der Identifikation und Identität
    Das griechische Wort wird verwendet, um herauszustellen, dass es hier nicht nur um geografische Orte geht, sondern auch um Orte im übertragenen Sinne (Topoi) und um Orte, die nirgendwo sind und doch ganz präsent sein können (Ou-Topoi/Utopien).

  3. Vom Guten und Schönen.
    Lebensführung und Lebensorientierung von Jugendlichen ist nicht darstellbar ohne ihr Leben in bestimmten Gruppen und Gruppierungen zu thematisieren. So kleiden sie sich auf bestimmte Weise, hören ihre Musik, tanzen ihre Tänze, lesen ihre Literatur, verehren ihre Idole etc. Eine entsprechende Performance wird das Ergebnis präsentieren und die Präsentationen werden filmisch dokumentiert werden.

Sparkasse Soest
Marieluise und Bernhard Beumling Stiftung
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