»Enger als zuvor zusammengerückt«

21.02.2017 21:14 von Dr. Albert Kapune

»Ob es der zeitliche Abstand zu der Attacke am Samstag war oder die Umgehensweise der Schule mit dem Messerangriff selber und seinen Folgen – am ersten Schultag nach dem dramatischen Vorfall war es am Montag ›ausgesprochen‹ ruhig‹ in den Klassen und auf dem Gelände des Aldegrever-Gymnasiums. Diese Einschätzung gab Schulleiter Martin Fischer im Gespräch mit dem Anzeiger ab, nachdem die Schulkonferenz am Sonntag intensiv diskutiert hatte, wie die Schüler unter dem Eindruck des Geschehens am Montag betreut werden könnten.

 

›Ruhig‹ bedeute freilich nicht, dass der Mantel des Schweigens darüber ausgebreitet worden sei, dass ein 16-jähriger Junge aus der zehnten Klasse einen 17-jährigen Mitschüler im Laufe eines Streites mit einem Taschenmesser schwer verletzt hatte. Im Gegenteil: ›Wir waren alle überrascht davon, wie groß das Bedürfnis bei vielen Schülern war, auch nach der ersten Stunde in den Klassenverbänden noch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen‹, so Fischer.

 

Angeboten wurde die von mehr als einem halben Dutzend Fachleuten, die bis in die Mittagsstunden hinein Gespräche führten – darunter drei Notfallseelsorger, Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes und zwei Soester Pfarrer. Auch einige Lehrer nutzen dieses Angebot. ›Wir haben heute das Gefühl bekommen, dass die gesamte Schule unter dem Eindruck dieses Vorfalles noch enger als zuvor zusammengerückt ist‹, erklärte Fischer und verwies dabei auf eine große Zahl von Gesprächen, die er selber und viele seiner Kollegen in den vergangenen Tagen mit Schülern und Eltern geführt hätten.«

 

Soester Anzeiger, 20.02.2017

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