Die Mathematik der Wiesenkirche

Mathematik in der Umwelt – besonders in Soest – zu entdecken hat seit einiger Zeit einen festen Platz im schulinternen Lehrplan Mathematik des Aldegrever-Gymnasiums. Einige Stationen mathematischer Schauplätze wurden bereits vorgestellt. Nun gibt es Neues zu berichten.

 

Die Schüler der Klasse 6a, unter der Leitung von Elke Kleegraf-Müller, entwickelten im Rahmen einer Unterrichtseinheit Geometrie am Computer Methoden, mit denen sie Kirchenfenster mathematisch analysieren konnten. Dazu haben sie sich in ein Geometrieprogramm eingearbeitet und erfahren, wie sich man die Realität am Computer modelliert. Die Schüler setzten sich ein besonderes Ziel: Sie wollten die Geometrie des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Kirchenfensters Westfälisches Abendmahl der Wiesenkirche erforschen. Immer wieder wurden dabei neue Kreisausschnitte entdeckt und vermessen.

 

Jacqueline Groll und Friederike Korte berichten: »Wir kommen jetzt mit dem Programm gut klar und können die geometrischen Muster von Kirchenfenstern gut konstruieren. Das macht Spaß, weswegen wir uns jetzt, auch wenn wir das Thema gerade in Mathematik nicht mehr behandeln, weitere Fenster anschauen und analysieren möchten.« Auf die Ergebnisse ihrer Forschung sind wir natürlich gespannt. Zum Abschluss stand eine Besichtigung der Wiesenkirche – insbesondere natürlich des Westfälischen Abendmahls – auf dem Programm, sodass sich die Schüler vor Ort noch einmal ein Bild von der beeindruckenden Konstruktion machen konnten. Bei der Gelegenheit durfte ein Blick auf den Aldegrever-Altar nicht fehlen, schließlich ist er der Namensgeber ihrer Schule.

 

»Die Rekonstruktion des Fensters am Computer war nicht für alle Schüler direkt klar – es handelt sich schon um ein komplexes geometrisches Bild, für das man erst einmal ein Auge entwickeln muss. Man muss sich schließlich in die Gedanken des Künstlers hineinversetzen. Spannend fanden die Schüler dabei, dass man am Computer Konstruktionen dynamisch verändern kann. Im Vergleich zum Zeichnen mit Zirkel und Lineal werden die Figuren lebendig – die Dinge hängen zusammen wodurch sich ein tieferes mathematisches Verständnis entwickeln kann.« erläutert Elke Kleegraf-Müller – Mathematiklehrerin am Aldegrever-Gymnasium. Die neuen Kenntnisse konnten im Kunstunterricht nochmals unter Beweis gestellt werden. Hier entstanden farbenfrohe Kunstwerke mit interessanten Kreisfiguren wie Drei-, Vier- und sogar Sechspässe.

 

Dr. Andreas Pallack


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