Experimente mit Leuchtbakterien

Die Tiefsee ist ein faszinierender Lebensraum, der viele Geheimnisse in sich birgt. Hier gibt es Lebewesen, die ihre eigene Lampe mit sich herumtragen. Einige dieser Tiere erzeugen das Licht selbst – andere beherbergen Mikroorganismen und leuchten mit deren Hilfe.

 

Laura Margret Mähler und Marie Sanders experimentieren – über das normale Schulpensum hinaus und mit viel persönlichem Engagement – zurzeit mit diesen faszinierenden Kleinstlebewesen.

 

»Durch einen Fernsehbericht bin ich auf Leuchtbakterien aufmerksam geworden. Erste Recherchen ergaben, dass es gute Erfahrungen gibt die Bakterien von grünem Hering zu isolieren und anschließend auf einem Nährboden in Petrischalen zu kultivieren, das machte mich neugierig« – berichtet Marie Sanders, die den Anstoß für das Projekt gab. Im ersten Anlauf wurden jedoch reaktivierbare, gefriergetrocknete Bakterien einer Lehrmittelfirma verwendet, um den Start nicht unnötig zu erschweren.

 

Die Ästhetik des Leuchtens verbunden mit den nahenden Weihnachtstagen führte zu der Idee, die Bakterien auch künstlerisch zu arrangieren. So entstanden eine Petrischale mit dem Stadtschlüssel von Soest und ein Baum geschmückt und beleuchtet von Bakterien in Petrischalen.

 

Das Leuchten der Bakterien ist nicht besonders hell – die Bilder entstanden durch eine sehr lange Belichtungszeit und anschließende Fotobearbeitung. Doch wie hell könnten diese Bakterien potenziell sein? So hell, dass man damit eine Uhr im Dunkeln beleuchten kann oder vielleicht sogar so hell, dass man sie als organische Taschenlampe für Nachtspaziergänge verwenden könnte?

 

»Wir überlegten, wie man die Leuchtintensität einer Petrischale mit Leuchtbakterien maximieren kann. Eine Idee war dabei die Vergrößerung der Oberfläche. Wir arbeiteten hier mit verschiedenen Oberflächen – die Ergebnisse wollen wir nutzen, um Intensitätsmessungen vorzubereiten. Dabei müssen wir viele Randbedingungen im Blick halten: Die Leuchtintensität hängt nämlich nicht nur von der Dichte der Bakterien, sondern auch vom Zeitpunkt der Messung ab. Nach einigen Wochen verfallen die Bakterien in einen Ruhezustand und leuchten nicht mehr. Auf neuem Nährboden kann man sie jedoch reaktivieren« – erläutert Laura Margret Mähler, die das Projekt mit viel Engagement voranbringt.

 

Dr. Pallack – Lehrer am Aldegrever-Gymnasium – begleitet die beiden Schülerinnen: »Die Messung von schwachen Lichtintensitäten ist eine Herausforderung. Die Schülerinnen erhalten hier Gelegenheit, Messungen selbst zu planen und durchzuführen. Ich berate die beiden Schülerinnen dabei insbesondere im Hinblick auf das wissenschaftliche Arbeiten. Mit der Messung der Leuchtintensität von Bakterien habe ich selbst keine Erfahrungen. Deswegen bin ich auf den weiteren Verlauf gespannt. Im Verlauf des Projektes habe ich auch erfahren, dass Leuchtbakterien zur Prüfung der Qualität von Wasser verwendet werden. Leuchtbakterien arbeiten also bereits für uns – ohne, dass wir es merken.«


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