Selbstständiges Lernen im Fach Latein

Das Fach Latein bietet folgende Möglichkeiten selbstständigen Lernens:

  • Der Schüler fertigt ein Referat zu einem Sachthema an, das den Inhalt des aktuellen Lehrbuchtextes vertieft oder in einen neuen Themenbereich einführt. Er trägt das Referat im Unterricht vor und stellt sich möglichen Nachfragen der Mitschüler.
  • Der Schüler erarbeitet eigenständig ein neues Grammatikthema anhand der Begleitgrammatik und wendet die neuen Kenntnisse bei der Übersetzung von Beispielsätzen an oder ist in der Lage, das neue grammatische Phänomen im Lehrbuchtext zu erkennen, zu erläutern und angemessen zu übersetzen.
  • Der Schüler erarbeitet eigenständig ein neues Grammatikthema und erläutert dieses im Unterricht seinen Mitschülern (z. B. mit Hilfe eines selbst erstellten Tafelbildes oder Arbeitspapiers).
  • Der Schüler erkennt selbstständig neue grammatische Phänomene im lateinischen Text und leitet deren Zusammenhänge aus dem Kontext her (entdeckendes Lernen).
  • Der Schüler erlernt Strategien zum selbstständigen Vokabellernen und wendet diese an.
  • Der Schüler wählt bei der Wochenplanarbeit diejenigen Übungen aus, die seinem Leistungsvermögen oder seinem Wiederholungsbedarf entsprechen.
  • Der Schüler fasst eingrammatisches Phänomen zu Wiederholungszwecken mit eigenen Worten zusammen.
  • Der Schüler, dem die lateinische Sprache besondere Schwierigkeiten bereitet, besucht die »Lateinambulanz«, in der ihm unter fachlicher Anleitung bei der Wiederholung verschiedener Unterrichtsstoffe Hilfestellungen zum selbstständigen Lernen in den verschiedenen Bereichen der lateinischen Sprache gegeben werden und er unter Aufsicht selbstständig arbeiten muss.

Individuelle Förderung im Fach Latein

Der neue Kernlehrplan betont die Notwendigkeit, die Schüler ihrem jeweiligen individuellen Lernstand entsprechend zum Weiterlernen anzuregen. Der Lateinunterricht bietet dazu folgende Möglichkeiten:

  • Die Schüler wählen an einer »Lerntheke« (oder in »Wochenplänen« oder beim »Stationenlernen«) aus verschiedenen Lernangeboten ein Thema aus, das sie wiederholen möchten.
  • Die Schüler werden zu grammatischen Experten, indem sie eine grammatische Erscheinung selbstständig zusammenfassen und strukturiert darstellen und dieses Expertenwissen entweder bei Bedarf in den laufenden Unterricht einbringen oder in Wiederholungsstunden den anderen präsentieren. Dazu erstellen sie z. B. ein Expertenpaper/Lernplakat.
  • Schüler helfen Schülern in außerunterrichtlichen Konstellationen – z. B. im Projekt »Alde-Miteinander« oder durch Einzelnachhilfe, die vom Lehrer vermittelt wird, der mit dem Nachhilfe erteilendem Schüler in Kontakt steht.
  • Schüler helfen Schülern phasenweise im Unterricht – z. B. bei Nachbesprechungen von Klassenarbeiten, bei der Erledigung von Arbeitsaufträgen in Partner- oder Gruppenarbeit
  • Individuelle Hinweise auf Schwächen und Fehlerursachen sowie individuelle Lerntipps werden unter den Klassenarbeiten vermerkt.
  • Besuch der »Lateinambulanz«.
  • Für alle Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 wird Förderunterricht (1 Stunde pro Woche) eingerichtet. Bei Parallelklassen ist bei zeitgleichen Lateinstunden eine Zusammenarbeit der Kollegen mit Binnendifferenzierung möglich.
  • Schüler, deren schwacher Leistungsstand zum Zeitpunkt des Halbjahreszeugnisses auf die Gefahr einer Nichtversetzung am Schuljahresende hinweist, erhalten wie in allen anderen Fächern als Anlage zum Zeugnis eine Lern- und Förderempfehlung. Diejenigen, die aufgrund der schlechten Note im Fach Latein die Versetzung am Schuljahresende nicht erlangt haben, erhalten ebenfalls oder wiederum diese Anlage zum Zeugnis. Sie dient in diesem Fall als Hilfestellung bei der Vorbereitung zur Nachprüfung oder als Hinweis auf konkrete Defizite, auf deren Behebung der Schüler bei einer Wiederholung des Schuljahres hinarbeiten sollte.

Die »Lateinambulanz« steht den Schülern der Sekundarstufe I offen, denen die lateinische Sprache besondere Schwierigkeiten bereitet. Der Unterricht dient zur Wiederholung zentraler grammatischer Phänomene und zur Förderung selbstständigen Arbeitens unter fachlicher Anleitung. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, grammatische Phänomene zu erkennen und diese im Textzusammenhang angemessen zu übersetzen. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen einmal pro Woche im Anschluss an den regulären Unterricht über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen statt. Bei Bedarf ist eine Verlängerung möglich. Die zu wiederholenden Themen werden jeweils zuvor in Absprache des Schülers mit dem zuständigen Lateinlehrer festgelegt.


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