Drachen in der Soester Altstadt entdecken
Das Alde organisiert mathematische Stadtrundgänge

Die mathematischen Rundgänge des Aldegrever-Gymnasiums wurden bereits im letzten Jahr vorgestellt. Nun geht die Idee in die Breite. Mit einem neuen Flyer und einer Internetpräsenz (www.soest.de/mathe) wurde die Werbetrommel gerührt. Für dieses Jahr gibt es bereits mehr als 100 Anmeldungen. Die erste Führung im Jahr 2012 richtete sich direkt an Multiplikatoren: Sieben zukünftige Lehrerinnen und Lehrer.

 

Anhand von drei Stationen erlangten die Lehramtsanwärter einen neuen Blick auf die Soester Altstadt: Welche Mathematik verbirgt das westfälische Abendmahl? Wie kann man schnell herausfinden, aus wie vielen Steinen der Marktplatz gepflastert ist? Welchen mathematischen Gehalt bietet das Wippen am großen Teich und der Teich selbst? Durch diese lebendige Perspektive erhielten die Studienreferendare viele Anregungen.

 

Dr. Pallack, Mathematiklehrer am Aldegrever-Gymnasium, erläuterte das Vorgehen bei der Entwicklung von Stationen für mathematische Rundgänge an einem Beispiel, das gemeinsam mit den Teilnehmern entwickelt wurde: »Hier in Soest gibt es hunderte von Fachwerkhäusern. Haben Sie schon einmal Drachen im Fachwerk entdeckt?« Ein Drachen ist ein Viereck, bei dem jeweils zwei benachbarte Seitenpaare gleich lang sind. Es dauerte einige Zeit – aber in einem Fachwerkhaus in unmittelbarer Nähe des großen Teichs wurde man fündig: Ein Drachen im Giebel des Hauses. »Solche Figuren findet man immer wieder – man sieht sie aber nur, wenn gezielt sucht.«

 

Florian Winterstein – Junglehrer – sieht einen besonderen Gewinn beispielsweise darin, »Mathematik auf einmal überall im Alltag zu entdecken und unbewusst die Stadt mit einer neuen Brille zu sehen«. Nach Vorbild des von den Alde-Schülern gestalteten Stadtrundgangs planen die Studienreferendare nun auch vergleichbare Angebote in ihren Heimat- bzw. Schulorten wie Hamm, Dortmund oder Unna. Die Faszination mathematischer Rundgänge steckt wohl an.


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