Deutsch

Collage

Allgemeines

Für Klassenarbeiten im Fach Deutsch gelten spezielle Aufgabentypen, die in den Richtlinien (Kapitel 4) vorgegeben sind. Die Schülerinnen und Schüler werden mit diesen Aufgabentypen während des Unterrichts von Beginn an systematisch vertraut gemacht und bekommen z.B. durch schriftliche Hausarbeiten die Gelegenheit zur Übung und die korrigierenden Rückmeldungen der Lehrkraft. Nur in begründeten Ausnahmefällen soll sich mehr als eine Klassenarbeit innerhalb eines Schuljahres auf ein und denselben Aufgabentyp beziehen. Zur Überprüfung der Rechtschreibkompetenz können in den Jahrgangstufen 5 und 6 auch Diktate und gleichwertige Überprüfungsformen als Teile von Klassenarbeiten eingesetzt werden.

 

Die in § 6 Abs. 8 der APO – SI eingeräumte Möglichkeit zum Ersatz einer Klassenarbeit durch eine nicht schriftliche Leistungsüberprüfung gelangt für das Fach Deutsch nicht zur Anwendung. Es kann also nicht wie in anderen Fächern eine Klassenarbeit durch eine andere gleichwertige schriftliche Form der Leistungsüberprüfung ersetzt werden.

 

Prinzipien

Die in Klassenarbeiten zu fordernden Leistungen umfassen immer eine Verstehensleistung und eine Darstellungsleistung. Sie beziehen sich in der Regel auf mehrere Bereiche des Faches.

 

Die Schülerinnen und Schüler werden systematisch angehalten, auch in Klassenarbeiten im Sinne der Förderung prozesshaften Schreibens – wie im laufenden Unterrichtsbetrieb – sinnvolle Vorarbeiten vorzunehmen (z. B. Markieren der Textvorlage, Entwurf einzelner Passagen, Gliederung des eigenen Textes usw.), bevor sie die Endfassung zu Papier bringen. Dies bedingt eine entsprechende Arbeits- und Zeitplanung durch die Lernenden sowie eine angemessene Material- und Zeitvorgabe durch die Lehrkraft.

 

Für alle Klassenarbeiten im Fach Deutsch gilt, dass von Beginn an nicht nur die Richtigkeit der Ergebnisse und die inhaltliche Qualität, sondern auch die angemessene Form der Darstellung wichtige Kriterien für die Bewertung sind. Dazu gehört vor allem auch die Beachtung einer angemessenen Stilebene, der korrekten Orthographie und Grammatik.

 

Gehäufte Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit (Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung) führen zu einer Absenkung der Note im Umfang einer Notenstufe. Im Gegenzug bedingt ein hohes Maß an sprachlicher Sicherheit eine entsprechende Notenanhebung. Diese Regelung gilt durchgängig auch für die schriftlichen Arbeiten in allen Fächern.

 

Ausnahmeregelungen

Bei Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Zweitsprache lernen (z.B. jenen mit Migrationshintergrund), sind für die Leistungsbewertung im Bereich der sprachlichen Darstellungsleistung die Lernausgangslage sowie der individuelle Lernfortschritt ebenso bedeutsam wie der bereits erreichte Leistungsstand. Für sie gelten demzufolge Ausnahmeregelungen, welche die jeweilige Sachlage im Einzelfall reflektieren.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird für diese Schülerinnen und Schüler die sprachliche Darstellungsleistung daher nur bezüglich der Sprachphänomene bewertet, die konkret im Unterricht erarbeitet worden sind oder vorausgesetzt werden können.

 

Für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS) gelten für die Leistungsbewertung die Regelungen im entsprechenden Runderlass des Kultusministeriums vom 19.07.1991 (BASS 14 – 01 Nr. 1). Diese Schülerinnen und Schüler benötigen jedoch eine Bescheinigung durch entsprechende Fachleute, die der Schule vorgelegt werden muss. Nur dann kann z.B. in den Klassenarbeiten eine besonders hohe Fehlerzahl im Bereich der Rechtschreibung bei der abschließenden Bewertung unberücksichtigt bleiben.

 

Schlussbetrachtung

Klassenarbeiten sind nicht nur ein Instrument der schulischen Leistungsbewertung, sondern darüber hinaus ein unverzichtbares Mittel, Schülerinnen und Schüler angemessen auf die Anforderungen ihrer weiteren nachschulischen Ausbildung und der späteren Berufwelt vorzubereiten.

 

(Schlussbetrachtung für die jetzt auslaufende Schülergeneration, die noch nach dem neunjährigen gymnasialen Schulraster ausgebildet wird: Für sie endet die Sek. I mit der zentralen Prüfung.)

 

Über ihre unmittelbare Funktion als Instrument der Leistungsbewertung hinaus bereiten alle Klassenarbeiten im Laufe der Sekundarstufe I auch zunehmend auf die Erfordernisse vor, die im schriftlichen Teil der zentralen Prüfungen gefordert werden.


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